Die besten günstigen Cloud-Anbieter 2026: wo ein Startup hosten sollte

R. B. Atai7 Min.

Eine günstige Cloud für ein Startup ist nicht einfach die kleinste Instanz in der Preisliste. Wenn die Anwendung beim ersten Traffic-Peak ausfällt, wenn Backups manuell zusammengesucht werden müssen oder wenn ausgehender Traffic plötzlich mehr kostet als der Server, wird die Ersparnis schnell zur Schuld.

Die bessere Frage lautet: Wo bekommt man für möglichst wenig Geld genug CPU, RAM, Speicher, Netzwerk und operative Einfachheit, damit das Produkt die ersten Monate ruhig übersteht? Für die meisten kleinen Teams sind das nicht AWS, GCP oder Azure. Es sind einfachere Anbieter: Hetzner, OVHcloud, Scaleway, DigitalOcean, Vultr und Fly.io.

Was wir vergleichen

Bei günstigen Anbietern darf man nicht nur auf den Preis pro vCPU schauen. Eine Instanz kann billiger sein, aber ohne öffentliche IPv4-Adresse kommen, Storage separat abrechnen oder nur ein kleines Traffic-Kontingent enthalten. Eine andere kostet mehr, bietet dafür aber ein brauchbares UI, Managed Database, Object Storage und Dokumentation, die ein Entwickler auch ohne eigenes DevOps-Team versteht.

Für ein Startup sind fünf Dinge wichtig.

Erstens: der Preis für CPU/RAM. Das ist die Grundrechnung für den Server, auf dem Anwendung, Worker und manchmal auch die Datenbank laufen.

Zweitens: Traffic. Am Anfang ist er oft innerhalb eines Kontingents kostenlos, aber gerade Egress sprengt später Budgets, besonders wenn das Produkt Dateien, Bilder oder Videos ausliefert.

Drittens: Speicher und Backups. Günstiger Compute ohne klare Strategie für Snapshots und externen Object Storage ist riskant.

Viertens: Regionen. Wenn die Nutzer in Europa sind, sollte man nicht in einer US-Region starten, nur weil sie einen Dollar günstiger ist.

Fünftens: das Betriebsmodell. Ein VPS ist billiger, aber Updates, Firewall, Monitoring und Wiederherstellung liegen bei Ihnen. Eine App Platform kostet pro RAM-Einheit mehr, nimmt aber einen Teil dieser Routine ab.

Schneller Preisvergleich für CPU/RAM

Das ist keine finanzielle Garantie, sondern eine Orientierung anhand offizieller Preislisten für 2026. Preise unterscheiden sich nach Region, Währung, MwSt., IPv4, Disks, Bandbreite und Commitment-Rabatten. Für einen fairen Vergleich wurden kleine Konfigurationen rund um 2 vCPU und 4 GB RAM gewählt, auch wenn nicht jeder Anbieter eine exakte Entsprechung hat. (Hetzner, OVHcloud, Scaleway, DigitalOcean, Vultr, Fly.io)

Anbieter Vergleichbare Konfiguration Ungefährer Preis Wichtig zu wissen
Hetzner CX23, 2 vCPU, 4 GB RAM ~€4-5/Monat Sehr günstiger VPS, 20 TB Traffic in Europa, starke Wahl für ein EU-first-MVP
Scaleway DEV1-M, 3 vCPU, 4 GB RAM ~€14.45/Monat Europäische Rechenzentren, Egress inklusive, Storage und öffentliche IPv4 separat
Vultr Regular, 2 vCPU, 4 GB RAM ~$20/Monat Einfaches globales VPS-Modell, High Performance 2 vCPU / 4 GB kostet etwa $24
Fly.io shared-cpu-2x, 4 GB RAM ~$22.22/Monat Kein klassischer VPS, sondern Machines/App-Platform mit Ressourcen- und Regionspreisen
DigitalOcean Basic Droplet, 2 vCPU, 4 GB RAM $24/Monat Teurer als Hetzner/Vultr, dafür einfache UX, Dokumentation und Managed Services
OVHcloud c3-4, 2 vCore, 4 GB RAM ~$39/Monat Näher an Public Cloud als an billigem VPS; starke Regionen und Commitment-Rabatte

Die Tabelle zeigt etwas Einfaches: Wenn nur ein 24/7 laufender Server zählt, startet Hetzner fast immer günstiger. Wenn man Teamzeit, Support, Managed Services und globale Regionen mitrechnet, wird das Bild weniger eindeutig.

Hetzner

Hetzner bleibt 2026 die stärkste Antwort auf die Frage: „Wo bekommen wir günstig einen soliden Server?“ In der Cloud-Cost-Optimized-Linie kostet eine Instanz um 2 vCPU und 4 GB RAM nur wenige Euro pro Monat, und der inkludierte Traffic in Europa wird in Dutzenden Terabyte gemessen. Für ein kleines SaaS, eine API, ein Admin-Panel, einen Telegram-Bot, einen frühen Marktplatz oder ein internes Produkt reicht das oft mit viel Reserve. (Hetzner)

Der wichtigste Vorteil von Hetzner ist nicht nur der Preis. Der Anbieter bietet verständliche VPS-Instanzen, private Netzwerke, Firewalls, Snapshots, Volumes, API und Terraform-Integrationen. Ein Team kann mit einem Server und Docker Compose starten und später die Datenbank auslagern, einen zweiten Server hinzufügen oder einen kleinen Cluster aufbauen, ohne das gesamte Betriebsmodell neu zu schreiben.

Die Grenze ist ebenso klar: Hetzner ersetzt kein Hyperscaler-Ökosystem. Wenn Dutzende Managed Services, komplexe IAM-Szenarien, ein Enterprise Marketplace und ein globales Regionsnetz nötig sind, stößt man schnell an Produktgrenzen. Vor dem Product-Market Fit ist das aber oft kein Nachteil, sondern Schutz vor verfrühter Komplexität.

Praktische Empfehlung: Wenn die Nutzer in Europa sind, das Team Linux administrieren kann und das Produkt auf einem oder zwei VPS läuft, starten Sie mit Hetzner.

OVHcloud

OVHcloud steht an einer anderen Stelle. Es ist nicht der billigste Weg zu einem kleinen Server, aber eine europäische Public Cloud mit einem breiten Satz an Infrastrukturprodukten. OVHcloud bietet Compute, Object Storage, Managed Kubernetes, private Netzwerke, Dedicated Server und eine klare Positionierung rund um vorhersehbare Traffic-Kosten.

Beim reinen CPU/RAM-Preis wirken kleine OVHcloud-Instanzen teurer als Hetzner, Vultr und DigitalOcean. c3-4 mit 2 vCore und 4 GB RAM kostet zum Beispiel etwa $0.054 pro Stunde, also ungefähr $39 pro Monat bei dauerhaftem Betrieb. Das ist kein „billiger VPS zum Preis eines Kaffees“ mehr, sondern eine vollwertige Cloud-Instanz. (OVHcloud)

Warum sollte man OVHcloud trotzdem anschauen? Erstens, wenn europäische Infrastruktur und ein formelleres Cloud-Modell für das Projekt wichtig sind. Zweitens, wenn Compute, Storage und Netzwerkprodukte bei einem Anbieter nah beieinander liegen sollen. Drittens, wenn die Ausgaben schon vorhersehbar genug sind, um Savings Plans und Commitment-Rabatte zu nutzen.

Praktische Empfehlung: OVHcloud passt zu einem Startup, das über einen einzelnen VPS hinausgewachsen ist oder bereits weiß, dass ein europäischer Cloud-Rahmen wichtiger ist als der niedrigste RAM-Preis.

Scaleway

Scaleway wird oft nicht als billigster VPS gewählt, sondern als europäische Cloud-Plattform mit einer entwicklerfreundlichen Produktschicht. Es gibt Virtual Instances, Managed Databases, Object Storage, Kubernetes, Serverless Containers, GPU und weitere Services, die nützlich sind, wenn ein Startup in Europa bleiben und nicht zu AWS wechseln möchte.

Im günstigen Segment ist Scaleway uneinheitlich. DEV1-S mit 2 vCPU und 2 GB RAM kostet etwa €6.42 pro Monat, DEV1-M mit 3 vCPU und 4 GB RAM etwa €14.45. Das ist teurer als Hetzner, aber günstiger als viele „echte“ Public-Cloud-Konfigurationen. Die Preisliste sagt außerdem ausdrücklich, dass Egress und IPv6 im Listenpreis enthalten sind, während Storage und öffentliche IPv4 separat berechnet werden. (Scaleway)

Scaleway eignet sich gut für Projekte, denen europäische Rechenzentren, ein transparentes Produktökosystem und ein Weg vom VPS zu Managed Services wichtig sind, ohne direkt zu einem Hyperscaler zu springen. Wenn die Aufgabe aber „ein Server, Docker, Postgres und die kleinste Rechnung“ lautet, gewinnt meistens Hetzner.

Praktische Empfehlung: Wählen Sie Scaleway, wenn Sie eine europäische Plattform mit breiterem Serviceangebot wollen, nicht nur den billigsten Compute.

DigitalOcean

DigitalOcean verkauft seit Langem nicht den niedrigsten Preis, sondern Einfachheit. Ein Basic Droplet mit 2 vCPU und 4 GB RAM kostet $24 pro Monat. Im Vergleich zu Hetzner ist das teuer, aber das Team bekommt dafür eine sehr klare UX, starke Dokumentation, Marketplace, Managed PostgreSQL, Kubernetes, Load Balancer, Spaces Object Storage und ein vertrautes Modell für kleine Webprodukte. (DigitalOcean)

Dieser Unterschied ist wichtig. Für einen Engineer, der viele Linux-Server aufgesetzt hat, kann DigitalOcean wie eine Überzahlung wirken. Für ein Team, in dem der Backend-Entwickler gleichzeitig Deployment, Monitoring und Datenbank verantwortet, kann sich diese Überzahlung durch Geschwindigkeit auszahlen. Weniger Zeit in der Oberfläche, weniger seltsame Einschränkungen, mehr fertige Guides.

Die Schwäche von DigitalOcean: Der Preis wächst schneller, als es am Anfang wirkt. Ein Droplet ist nicht teuer. Managed Database, Backups, Load Balancer, Spaces, Monitoring und mehrere Umgebungen machen aus $24 schnell $100-200 pro Monat. Das ist immer noch kein Hyperscaler-Niveau, aber auch kein Kleingeld mehr.

Praktische Empfehlung: DigitalOcean ist gut für ein Startup, das Startgeschwindigkeit und eine verständliche Plattform höher bewertet als die niedrigste Serverrechnung.

Vultr

Vultr sitzt in einer nützlichen Mitte zwischen Hetzner und DigitalOcean. Es ist günstiger und direkter als viele Managed-Plattformen, bietet aber breite Geografie, mehrere Compute-Klassen und ein klares stündliches Preismodell. Regular Performance 2 vCPU / 4 GB RAM kostet etwa $20 pro Monat, High Performance auf neueren AMD EPYC oder Intel Xeon mit NVMe für dieselbe CPU/RAM-Konfiguration etwa $24. (Vultr)

Der größte Vorteil von Vultr sind Regionen. Wenn ein einfacher VPS näher an Nutzern in den USA, Europa, Asien oder Australien stehen soll, ist Vultr oft einfacher als ein komplexes Setup in einer großen Cloud. Für kleine APIs, Websites, Gameserver, Staging-Umgebungen und regionale Services ist das eine starke Option.

Der größte Nachteil: Trotz der Einfachheit bleibt es ein VPS-Modell. Der Anbieter gibt Ihnen Server, Netzwerk, Disks und Zusatzprodukte, aber die operative Disziplin bleibt bei Ihnen. Patches, Firewall, Backups, Alerts und Disaster Recovery verschwinden nicht.

Praktische Empfehlung: Nehmen Sie Vultr, wenn Sie mehr Geografie als bei Hetzner und einen niedrigeren Preis als bei einer typischen Managed Cloud brauchen.

Fly.io

Fly.io lässt sich nicht ehrlich mit Hetzner als „noch ein VPS“ vergleichen. Es ist eine Plattform rund um Fly Machines: kleine VMs, die man bequem nah an Nutzern in verschiedenen Regionen starten kann. Eine Shared-CPU-Machine mit 2 shared CPU und 4 GB RAM kostet bei dauerhaftem Betrieb etwa $22.22 pro Monat, aber der Sinn von Fly.io ist nicht, der billigste 24/7-Server zu sein. (Fly.io)

Der starke Anwendungsfall für Fly.io: eine kleine Anwendung, die von Nähe zum Nutzer, schnellen Deployments, einem einfachen Multi-Region-Modell und der Möglichkeit profitiert, Machines nach Bedarf zu skalieren. Für APIs mit globalem Publikum, Realtime-Funktionen, kleine Services und Edge-nahe Workloads kann Fly.io etwas liefern, das ein VPS-Anbieter nur mit viel Handarbeit ermöglicht.

Der schwache Anwendungsfall: ein klassischer Monolith mit Postgres auf demselben Server, der einfach nur den ganzen Monat günstig laufen soll. Hier ist Fly.io entweder teurer oder komplizierter als Hetzner/Vultr, besonders wenn das Team noch nicht weiß, wie Datenbank, Persistent Volumes und regionsübergreifende Topologie leben sollen.

Praktische Empfehlung: Fly.io wählt man nicht wegen der niedrigsten VPS-Rechnung, sondern wegen des Modells, Anwendungen näher an Nutzern auszuführen.

Wo sollte ein Startup hosten?

Wenn das Startup in der MVP-Phase ist und keine besonderen Anforderungen hat, ist der beste Standard: Hetzner, ein VPS, Docker Compose, PostgreSQL, Object Storage separat, Backups ab dem ersten Tag. Das gibt minimale Kosten und genug Kontrolle. In Europa passt so ein Setup oft in $10-20 pro Monat, inklusive Snapshots und kleiner Zusatzdienste.

Wenn das Team keine Serverroutine übernehmen will und bereit ist, für Einfachheit zu zahlen, wählen Sie DigitalOcean. Es ist nicht die billigste Option, senkt aber die kognitive Last. Für ein frühes Team kann das wichtiger sein als der Unterschied zwischen $5 und $24 pro Monat.

Wenn günstige VPS in mehreren Regionen gebraucht werden, schauen Sie auf Vultr. Das ist besonders nützlich, wenn die Zielgruppe nicht nur in Europa sitzt oder wenn schnell eine regionale Umgebung ohne schwere Cloud-Architektur gebraucht wird.

Wenn eine europäische Plattform mit breiterem Serviceangebot wichtig ist, wählen Sie Scaleway oder OVHcloud. Scaleway liegt näher an einer developer-friendly Cloud für Startups, OVHcloud näher an einem größeren Infrastrukturrahmen.

Wenn das Produkt näher an Nutzern in mehreren Regionen laufen soll und das Team ein Plattformmodell akzeptiert, schauen Sie auf Fly.io. Aber starten Sie nicht nur deshalb mit Fly.io, weil das Wort Edge modern klingt. Für eine normale CRUD-Anwendung ist ein guter VPS oft die ehrlichere Antwort.

Kurzes Fazit

Die günstigste praktische Wahl für ein Startup im Jahr 2026 ist Hetzner. Es gewinnt, wenn ein oder mehrere VPS, niedrige CPU/RAM-Preise, viel Traffic und europäische Infrastruktur gebraucht werden.

Die beste Wahl für Einfachheit ist DigitalOcean. Der beste globale VPS-Kompromiss ist Vultr. Die besten europäischen Cloud-Optionen jenseits eines reinen VPS sind Scaleway und OVHcloud. Die beste Option für kleine Anwendungen näher am Nutzer ist Fly.io.

Entscheidend ist nicht, einen Anbieter „für immer“ zu wählen. Am Anfang soll Infrastruktur dem Produkt helfen, schneller zu Nutzern zu kommen. Wenn ein €5-Server in einem Jahr zum Engpass wird, ist das ein gutes Problem: Es bedeutet, dass das Produkt lange genug überlebt hat, um Last zu erzeugen, für die sich komplexere Cloud-Ausgaben lohnen.